Intermission

Ich wollte gerade zum Yoga. Freudig trat ich aus der Haustür, da standen sie vor mir: Erzdaemon und Paul. Trotz der Kälte hatten sie vor der Tür ausgeharrt, um mich abzupassen. Sie schoben mich rückwärts wieder durch die Tür, nahmen mir meine Yogamatte ab und drohten, sie zu zerschneiden, wenn ich nicht sofort erzähle, wie es mit Willi weitergegangen ist. Dann setzten sie mich vor mein Laptop und machten es sich in der Wohnung bequem. Hier sitze ich nun und fühle mich ein wenig wie Paul Sheldon in Stephen Kings “Misery”.

Erzdaemon hat gerade einen folgenschweren Fehler begangen. Er hat sich auf meine Couch gesetzt. Ja, Erzdaemon, da sitzt normalerweise Ivan, und nein, er mag es gar nicht, wenn man ihm seine Wärmflasche wegnimmt. Ich weiß auch nicht, was das für eine Sache ist mit Erzdaemon, seinen Haaren und Katzen, aber die Tiere stehen irgendwie drauf. Jetzt schreit er die ganze Zeit rum, ich kann mich echt nicht konzentrieren.

Paul inspiziert gerade meinen Kühlschrank und beschwert sich, dass es bei mir weder Kaffee noch echte Milch gibt. Ich weiß nicht, wie er meine beachtliche Sammlung an Kräutertees einfach so ignorieren kann. Er meint, er habe Hunger und bedient sich einfach am Schrank. Und Paul, der “komische Geschmack” des Müslis ist nicht nur auf die Sojamilch zurückzuführen. Hättest Du genau hingesehen, dann wäre dir aufgefallen, dass auf der Frischhaltedose nicht nur “Müsli” steht, sondern dass da noch jemand “Ivans” davor geschrieben hat. Das Tier muss ja auch irgendwas essen. Ich sag jetzt mal nichts dazu, ist ja nicht giftig das Zeug.

Ich weiß nicht, ob ich unter diesen Bedingungen in der Lage sein werde, heute noch die Geschichte zu Ende zu schreiben…

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Dinge, die mich heute erbost haben

Folgende Dinge haben heute zur Steigerung meines Blutdrucks beigetragen:
  • wenn ich einmal den kompletten Laden durchquere, um eine Cola zu kaufen, und dann an der Kasse gefragt werde, ob ich nicht auch noch einen Sandwich, ein Stück Schokolade oder einen Muffin kaufen möchte. Wenn ich Hunger habe, kaufe ich mir auch was zu essen. Ich bin ja schon groß. Aber auch nur dann.
  • es ist mir egal, ob die Borders Club Card kostenlos ist. Ich will sie trotzdem nicht haben. Auch nicht beim dritten Mal.
  • einfache Psychologie. Wenn du sagst: denke nicht an einen lila Elefanten, dann denke ich an einen lila Elefanten. Gleiches gilt für “don’t move”. Da braucht man sich dann auch gar nicht darüber aufzuregen, dass ich rumzapple. Sag doch einfach “stand still”.
  • die Frage: “Willst du das anprobieren?” Nein, ich warte auf den Bus. Vor der Umkleidekabine und mit drei Kleidungsstücken in der Hand.
  • Flughafenpersonal ohne Sinn für Humor. “What’s in there?” zeigt auf Tasche mit Yogamatte. “A rifle.” Kam nicht gut an.
  • weiße Turnschuhe. Ich kann es nur immer wieder betonen. Es sollte ein Gesetzt erlassen werden, dass weiße Turnschuhe nur zum Sport getragen werden dürfen. Vor allem in Kombination mit weißen Socken. Und Shorts. Es blendet meine Augen. Es ist nicht gut für mein mentales Gleichgewicht.
  • Taxifahrer, die beim Fahren ihre Emails checken. Auf der Autobahn. In voller Fahrt. Das ist auch nicht gut für mein mentales Gleichgewicht. Oder für die Lage des Autos auf der Straße. Oder beides.

Das wollte ich jetzt nur mal gesagt haben.

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