Phillip und ich spielten mal wieder zu zweit Skat, als der Alarm losging. Etwas unbegeistert rannte ich zum Auto, schließlich war ich gerade am Gewinnen, und der Einsatz war das Frühstück nach Schichtende. Es war so gegen 20 Uhr, eigentlich hatte ich mein Soll für den Tag schon erfüllt. Das Fax der Leitstelle sagte nur “Cardia 1″. Die Adresse war irgendwo in der besten Gegend der Stadt. Ich seufzte. Phillip seufzte. Wir fuhren los. Nach vier Minuten Fahrt kamen wir noch vor dem RTW an einem stattlichen Altbau an. Ich überschlug mal kurz, was wohl die Miete hier kosten würde und beschloss, dass ich darin wahrscheinlich ein halbes Zimmer beziehen könnte. Wie die Packesel beladen machten wir uns auf in den dritten Stock zu “Schmidt”. Herr Schmidt öffnete die Tür und begrüßte uns etwas genervt: “Da sind Sie ja endlich!” rief er aus. Phillip und ich sahen uns an. Dann sahen wir Herrn Schmidt an, dann sahen wir auf unsere Uhren. Dann sagten wir einfach mal nichts. “Kommen Sie rein!” wies und Herr Schmidt unwirsch an. Die Wohnung war groß und geschmacklos eingerichtet. Ich erspare Euch die Details. Im Flur auf dem Weg ins Wohnzimmer hielt er Schmidt plötzlich an.
“Wissen Sie, meine Freundin ist sehr aufgeregt. Sie nimmt das alles ziemlich mit.” Im Hintergrund hörte ich ein Schluchzen, das mir irgendwie bekannt vorkam. “Das Problem ist, dass ich schon den ganzen Tag das Gefühl habe, dass ich einen Herzinfarkt bekommen werde!” sagte er nicht ohne Stolz.
“Wie bitte, was?” fragte ich, meinen Ohren nicht ganz trauend.
“Ich denke, dass ich einen Herzinfarkt bekommen werde.”
Ich sah Phillip an.
“Er denkt, dass er einen Herzinfarkt bekommen wird.”  wiederholte ich.
“Tatsächlich?” fragte Phillip.
Herr Schmidt setzte unbeirrt seinen Weg ins Wohnzimmer fort. Wir folgten und stellten dort erst einmal unser Equipment ab. Da hörte ich es hinter uns Poltern. Die RTW-Mannschaft war da. Zu dritt. Noch mehr Equipment. Den einen kannte ich, er hieß Tim.
“So, Herzinfarkt oder was?” fragte Tim laut und sah sich im Raum nach dem vermeintlichen Opfer um. Ich zeigte auf Herrn Schmidt. “Er glaubt, dass er noch einen Herzinfarkt bekommen wird.”
“Deshalb hat er uns vorsorglich schon mal gerufen.” Die drei RTW-Jungs sahen Herrn Schmidt ungläubig an.
“Ich krieg auch gleich nen Herzinfarkt. Fährt mich jemand zurück auf die Wache?” fragte Tim.
Ein lautes Heulen riss uns aus unserer Bewegungsstarre. Wir blickten zur anderen Seite des Raumes und sahen dort auf dem Sofa… Wen wohl?

Fortsetzung folgt…

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