Mühsam kommen wir an einem schönen Sonntagnachmittag im Stadtverkehr vorwärts. Das Meldebild drückt schon mal die Stimmung. Nachforderung wegen irgendwas mit Herz. Der Kunde sitzt schon im RTW, die nächste Uniklinik ist gerade fünf Minuten weit weg –  zu Fuß.
“Guten Tach, was los?”, murmele ich begeistert zur Begrüßung, als ich in das Auto steige.
“Jaaa… also der Herr Meyer, der fühlt sich nicht gut.”
“Okay.”
“Dem ist seit Tagen schon so schwindelig. Manchmal.”
Ich warte noch immer auf die Pointe. Ich sehe meinen Kollegen von der Feuerwehr hinter mir nervös auf und ab trippeln.
“Da im EKG. Er hat Vorhofflimmern Das ist neu.” Man reicht mir den Ausdruck.
“Stimmt.”, sage ich. “Und nun?”
“Er hat auch so Schmerzen im Nacken und so.”
“Schon seit drei Tagen, zieht vom Nacken bis in die Fingerspitzen. Ich war schon beim Orthopäden deshalb, der sagt, ich hätte einen Bandscheibenvorfall. Er hat mir Medikamente gegeben und jetzt ist’s schon fast weg!”, wirft der Patient ein.
Ich runzle die Stirn und sehe das Rettungsfachpersonal fragend an.
“Das erzählt er jetzt zum ersten Mal!”, entgegnet man mir mit einer Handbewegung, die das Ganze wohl noch unterstreichen soll.
“Was genau wollt Ihr denn jetzt von mir?”, frage ich zur Sicherheit noch einmal nach.
“Ja… also. Ich… wir dachten…”
“Die Uniklinik ist direkt um die Ecke. Der Patient hat die Beschwerden mutmaßlich schon seit Tagen und ist dabei völlig stabil. Was genau soll ich denn jetzt Eurer Meinung nach tun?”
In den Gesichtern stehen große Fragezeichen. Ich verabschiede mich per Handschlag vom Patienten und steige grußlos wieder ins NEF um.
“Sonntagsfahrer.”, sagt mein Freund von der Feuerwehr.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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