Ich kann da, denke ich, auch was zu beitragen. Bei der aktuellen Debatte fällt mir vor allem eins auf -wie blind ich doch lange war. Vielleicht, weil der Sexismus im Alltag so integriert ist, dass man ihn schon gar nicht mehr als solchen wahrnimmt.

- Lateinunterricht, 12. Klasse. Ein Kurs voller Mädchen. Der Lateinlehrer stellt ernsthaft die These auf, dass Frauen möglicherweise nur eine Gehirnhälfte hätten. Zudem war es unter den Schülerinnen stets sehr unbeliebt, mit ihm Gespräche führen zu müssen, weil er einen einfach so ungeniert antatschte. Hat sich eine beschwert? Nein.

- Famulatur, ein paar Jahre später. Eine männliche Pflegekraft kommentiert meinen Versuch, eine Nadel zu legen: “Ey, ich guck dir gerade voll in den Ausschnitt!”, sprachs und lachte laut. Ich war sprachlos. Hab aber auch nichts gesagt.

Und das sind nur zwei Beispiele, die ich hier öffentlich nennen kann. Die Realität sieht noch viel trauriger aus. Ich denke, das Wichtigste ist es, für sich selbst erst mal ein Bewusstsein zu schaffen, was geht und was echt schon über die Grenze ist. Und dann auch mal was zu sagen.

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