Das erste Mal als Notarzt auf der Wache? Alle sprechen über deinen Vorgänger, der echt ein toller Kollege war? Du fragst dich, wie du es schaffen wirst, dass sie bald auch so über dich reden? Die Antworten werde ich dir verraten mit dieser Kolumne, in der ich in unregelmäßigen Abständen Tipps zur Besserung deines Beliebtheitsstatus geben werde. Los geht es mit den ersten drei Vorschlägen:

Ist der Wachbeginn um 7.00 Uhr und du musst etwa 50 Kilometer aufs Land rausfahren, um bei deiner neuen Wache anzukommen, plane etwa 45 Minuten ein. Fahre dann besonders geschickt, so dass aus den 50 Kilometern gleich 80 werden und du dich auf den letzten Metern hinter einen Viehtransporter klemmst, den es nicht zu überholen gilt. Kommst du dann gegen 7.40 Uhr auf der neuen Wache an und das NEF ist schon seit einer haben Stunde abgemeldet, weil dein Vorgänger jetzt echt nicht länger bleiben konnte, so werden sie dich bei deiner Ankunft frenetisch feiern.

Ein KTW ruft dich zur Hilfe, weil er nach 20 km schon keinen Bock mehr auf einen Transport von 100 km hat? Kein Problem, ruf einfach deinen eigenen RTW und erkläre Ihnen, sie müssen den Patienten jetzt weiter transportieren, natürlich ohne dich. Wenn sie nach drei Stunden wiederkommen, liegst du demonstrativ auf einem Liegestuhl vor der Wache und genießt die Sonne. Sie werden sich mit dir freuen.

Gegen Nachmittag solltest du deinen Fahrer bitten, dich zum nahegelegenen Supermarkt zu fahren, wo du eine Banane einkaufst. Dann fahrt ihr zurück zur Wache. Gerade, wenn der Fahrer sich wieder hinsetzen möchte, fällt dir ein, dass du noch zur Apotheke wolltest. Du lässt dich auch hierhin fahren. Du kaufst eine Packung Hustenbonbons. Dann fahrt ihr wieder zurück zur Wache. Gleiches Spiel, du wartest wieder den Moment ab, in dem dein Fahrer sich hinsetzen möchte, da fällt dir ein, dass du noch Schuhe kaufen wolltest. Dein Fahrer wird dich ins nächste Schuhgeschäft fahren und dich dort gerne zwei Stunden lang beraten, welches Modell deinen zarten Füßen wohl am besten stehen mag. Kaufen solltest du dann aber nichts.

Wenn du diese Tipps beherzigst, werden deine neuen Kollegen begeistert sein, wenn du wieder nach Hause fährst.

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