Ok, es war vielleicht nicht so schwer zu erraten, wer da in der Ecke saß… Es war tatsächlich Blondie. Als sie mich sah, hörte sie schlagartig auf zu heulen.
“Blondie!” rief ich überrascht.
“Ihr kennt Euch?” fragte Phillip.
“Natürlich, sie hat mir meine Katze geklaut!” Das Rettungsteam sog hörbar die Luft ein und sah Blondie entsetzt an.
Jetzt heulte Blondie wieder. “Hab ich gar nicht!”
“Hast du wohl!”
“Du hast ihm die Pfoten gebrochen!” Jetzt sogen wieder alle hörbar die Luft ein und starrte mich an.
“Ich habe ihm überhaupt nichts gebrochen!” rief ich echauffiert. “Dein blöder Freund hat vom Balkon aus mit MEINEM Kater nach MIR geworfen! Dabei hat er sich die Pfoten gebrochen!”
Jetzt sog Herr Schmidt, den ich, nur mal so nebenbei bemerkt, auf Ende 50 schätzte, hörbar die Luft ein. “Dein WAS?” schrie er in Blondies Richtung. Das Ganze fing langsam an, mir Spaß zu machen.
“Und dann hat sie auch noch Lösegeld von mit erpresst!” setzte ich noch einen drauf. “Und überhaupt, was sagt eigentlich DEIN FREUND zu diesem Auftritt hier? Hast du mir nicht so vor ein paar Tagen noch was von großer Liebe und so erzählt?” Ich war voll in meinem Element. Blondie funkelte mich böse an. Wenn Blicke töten könnten, hätte ich an dieser Stelle mindestens einen Herzinfarkt erleiden müssen. Aber das Theaterstück ging auch ohne mein zutun weiter.
“Ich dachte, du lebst bei deiner Mutter?” fragte Herr Schmidt ungläubig.
“Nur, wenn ihre Mutter professionelles Bodybuilding macht und verdammt viele Haare im Gesicht hat!” mischte ich mich wieder ein. Rache ist süß.
“Äh, Anna, dafür sind wir aber nicht hier…” Phillip stupste mich von hinten an. Ich ignorierte ihn.
“Und was ist das da eigentlich?” Ich zeigte auf ein kleine schwarzes Fellknäuel, das gerade vor mir über den Boden lief, und verdammte Ähnlichkeit mit Ivan hatte.
“Das Vieh hat sie hier angeschleppt, weil ihre Mutter angeblich eine Katzenallergie hat!” rief Herr Schmidt.
“Ihre Mutter heißt Rambo und hat wahrscheinlich gegen überhaupt gar nichts Allergien, außer vielleicht Typen wie dich!” schrie ich Herrn Schmidt an. “Das Teil übernehme ich dann nicht, das sag ich dir jetzt schon!” schrie ich jetzt an Blondie gewandt. Blondie heulte, die Katze floh unter die Couch und Herr Schmidt griff sich an die Brust.
“Mein Herz!” rief er aus.
“Simulier nicht!” schrie ich ihn an, allerdings bemerkte ich etwas kalten Schweiß auf seiner Stirn, und jetzt sah er auch ein wenig blass aus…
“Ich simulier nicht, mein Herz!” Er sank auf den Boden und lehnte sich mit dem Rücken gegen einen Stuhl…

Sorry, ich muss jetzt “auf Arbeit”, daher kann ich leider nicht erzählen, wie es weiter ging. Aber lasst Euch gesagt sein, es ging leider noch sehr wild her…

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